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Aus dem Herzen Asiens - Die Mongolen Teil 1

Jahrhunderte lang kamen aus dem Osten Völkerschaften nach Europa, die die etablierten Nationen vor große Probleme stellten. Viele dieser Völker suchten nach neuen Lebensräumen, da ihre alten unfruchtbar, übervölkert oder besetzt waren – so z.B. die vielen Germanenvölker, die unter dem Druck der Hunnen Richtung Süden und Westen marschierten, das römische Reich kollabieren ließen und bis heute die breite Masse der europäischen Völker stellen.

Die Geschichte dieser Völkerschaften ist die Geschichte des römischen und später des oströmischen Reiches, welches wie ein Bollwerk immer wieder asiatische Völkerschaften stoppen musste und so Westeuropa schützte. Dank hat es dafür nie erhalten.

Erst mit der Ausbreitung des russischen Reiches wurde diese permanente Wanderung gestoppt.

Es gab neben vielen konstruktiven Völkern, die sich in Europa niederließen, auch destruktive Völker, die vernichtend über den euro-asiatischen Kontinent zogen und nur verbrannte Erde hinterließen.

Die gefährlichsten unter ihnen waren die Mongolen des 13. Jahrhunderts. Keine Macht der Welt konnte sich ihnen erfolgreich entgegenstellen. Für einige Jahrzehnte waren die Mongolen unbesiegbar – und von diesem Vorteil machten sie reichlich Gebrauch.

Der große Dschingis Khan, auch Temudschin genannt, vereinte Anfang des 13. Jahrhunderts alle mongolischen Stämme. Die mongolischen Nomaden waren alle beritten und ein hartes Klima gewöhnt – und somit perfekte, zähe und bewegliche Soldaten.
Temudschin selbst war der Sohn eines recht unbedeutenden Mongolenhäuptlings. Er hatte jedoch ein sehr charismatisches Wesen und war der geborene Anführer. Seine militärischen Fähigkeiten waren beispiellos und so konnte er in recht kurzer Zeit aus den zersplitterten mongolischen Stämmen die schlagkräftigste Armee des Mittelalters errichten. 

Sein erster Feldzug führe Temudschin 1209 nach Nordchina. Dort plünderte und vernichtete er zahlreiche chinesische Städte. Zeitweilig wollte er ganz Nordchina entvölkern und in Weideland umwandeln, doch die potentiellen chinesischen Steuereinnahmen waren ihm letzten Endes mehr wert.
Hier lernten die Mongolen die Belagerung von Städten und die Benutzung von Belagerungswaffen. Die Chinesen wehrten sich tapfer, wurden im Felde jedoch immer geschlagen. Nach mehreren Jahren mongolischer Feldzüge, nach denen das Land größtenteils verwüstet war, gaben die Chinesen ihren Widerstand auf und unterwarfen sich den Mongolen.

1219 griff Dschingis Khan das choresmische Reich an, das sich in Zentralasien und Persien ausgedehnt hatte. Er setzte dabei 250.000 Krieger ein. Jeder dieser Krieger besaß 3 Pferde. Schweres Belagerungsgerät wurde auf Yaks transportiert.
Der choresmische Schah hatte keine Angst vor den Mongolen, da er über eine Armee von 400.000 Mann verfügte. Er hatte aber nicht mit der Beweglichkeit und List der Mongolen gerechnet.

Dschingis Khan entsandte in den Norden des Reiches eine Ablenkungsabteilung, die dort ein wenig plünderte. Der Schah hielt dies für die Hauptmacht und entsandte seine Armee dorthin. Die Mongolen zogen sich zurück, der Schah verteilte Posten in der Gegend und zerstreute somit seine Armee. Dschingis Khan setzte daraufhin seine restliche Armee in Bewegung.

Ein Teil seiner Armee marschierte von Süden her gegen das Reich des Schahs. Als dieser Teil Taschkent und Samarkand bedrohten, entsandte der Schah Truppen in den Süden. In dem Moment fiel Dschingis Khan selbst mit verstärkten Truppen in den Norden ein. Eine dritte Abteilung fiel aus nordwestlicher Richtung in das Land ein.
Der völlig überrumpelte Schah war geschlagen. Seine zersplitterten Truppen wurden einzeln niedergemacht. Er selbst mußte wochenlang vor den Mongolen flüchten, bis er auf eine Insel im kaspischen Meer entkam und dort starb. Die letzten choresmischen Verbände wurden im Dezember 1221 am Indus vernichtet. Vom choresmischen Reich blieb nichts übrig.

Temudschin’s Strategie bestand aus wohlkalkulierten Massakern: Widersetzte sich eine Stadt der Besetzung, so wurden alle Einwohner nach der Einnahme abgeschlachtet – und die Städte wurden IMMER eingenommen. Ergab sich eine Stadt, so wurde sie vernichtet, aber die Bevölkerung durfte in mongolischer Sklaverei überleben.
Realistischen Angaben von Chronisten zufolge wurden im Jahr 1220 Harat und Nischapur vollständig zerstört und entvölkert, wobei in Harat 1,6 Millionen Menschen starben und in Nischapur 1,75 Millionen.

Dann starb Temudschin. Sein Sohn Ügedei übernahm die Führung, die anderen Söhne Tschagatei und Dschotschi, die verfeindet waren, unterstellten sich ihm. Sie hatten die Macht freiwillig an Ügedei übergeben, da sie wußten, daß es zu einem Bürgerkrieg kommen würde, würde einer von ihnen beiden die Macht übernehmen. So unterstellten sie sich beide Ügedei und konnten damit leben – ein beispielloser Vorgang in einem dynastischen System!

1237 griffen die Mongolen unter Batu Khan Rußland an und verwüsteten es in kürzester Zeit. 1241 waren sie bereit zum Angriff auf Europa.
 

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geschrieben am: Wed, 8 Apr 2009
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