Helden.de » Artikel » Veranstaltungen » Auf dem Rat - Con 2010
Bei mir heißt es zwar nicht unbedingt „Alle Jahr wieder“, aber zumindest fast, wenn es um die RatCon geht. Auch dieses Jahr habe ich mich wieder lange darauf gefreut in Dortmund alte Bekannte wieder zu treffen, neue Bekanntschaften zu machen und mehr über die Arbeit der Ulisses Redaktion zu erfahren. Besonders nach dem großen Aufschrei und den vielen Diskussionen in diversen Foren über Mark Wachholz und dessen Rauswurf...
Zu Anfang ein paar Worte zum ersten Tag und der ersten Nacht auf der Rat. Noch ganz ohne Workshops und ohne viele Infos:
Da wir über 500 km Strecke zu fahren hatten, haben Mike und ich unterwegs Björn Hinrichs und seinen Bekannten Simon aufgegabelt. Zu viert war dann die Autofahrt nicht gar so eintönig. Nachdem wir uns am Eingang die Tüte mit dem T7 Abenteuer „Ein Stein im Nebel „ abgeholt hatten, stellten wir auf dem Gelände eine geringe Besucherzahl fest. Von Jahr zu Jahr weniger, wie es scheint. Und so war es nicht verwunderlich, dass einige Besucher spekulierten, ob die RatCon ein weiteres Mal veranstaltet wird, nachdem die Teilnehmerzahl die letzten Jahre kontinuierlich abzunehmen scheint. Zu mehr als solchen Mutmaßungen, lockeres Gequatsche mit Freunden und dem Beschweren darüber, dass es kein gescheites Bier gab, war ich an diesem Abend nicht fähig.
Kurze Zwischenszene am Getränkeverkauf:
Ich: „Ich hätte gerne ein Bier. Was haben Sie denn?“
Er: „ein Bier von (Name eines billig Bieres)
Ich: „Das ist doch ein Pils?!“
Er nickt
Ich: „Ich trinke aber lieber Dunkles, haben Sie soetwas nicht?“
Er: „Wir haben Vita Malz.“
Ich: ????!!!!! „Das ist doch dieses >>Kinderbier<< ohne Alkohol“
Er nickt
Ich: „Was haben Sie denn sonst noch?“
Er: „Weizen, aber das ist alkoholfrei.“
Ich: „Und sonst?!!“
Er: „Noch ein Weizen, das ist aber auch alkoholfrei.“
Ich: !?!?!?! „Und sonst nichts weiter?“
Er schüttelt den Kopf....
Ich probierte dann das Pils. War aber das einzige Bier, das ich am WE trank, das Pils war nämlich nicht mal für ein Pils trinkbar.... da besteht dringender Änderungsbedarf! Besonders, da das Flaschenbier am ersten Abend kurzzeitig aus ging...
Schade, dass wir vorher schon Getränke eingekauft haben…
Der Abend ging schnell zu ende und wir verkrochen uns in unsere Schlafsäcke. Am nächsten Morgen entschloss ich mich bei den lauten Schnarchgeräuschen eines Herren, dem Anstupsen und Ärgern dieser Person durch Andere und der darauf für kurze Zeit folgenden Stille, das von einem lauten >>pfffft<< der unteren Körperöffnung beendet wurde, dass es doch Zeit ist aufzustehen. Im Vorraum der Frauendusche, also der Ort, wo frau sich eigentlich umziehen will, fand sich allerdings leider ein Herr der Schöpfung, der die Damenwelt der RatCon dazu zwang, ihre Anziehsachen mit in den feuchten Duschraum hinein zu nehmen – juhu! Naja, einen Zwergenaufstand habe ich mir gespart. Letztlich denkt man nämlich an genau solche Situationen gerne zurück, lacht darüber, oder schüttelt den Kopf.
Der zweite Tag begann und ja, der war tatsächlich etwas informativer.
Aber zuerst mussten wir doch noch ein paar Getränke einkaufen gehen. Als echte Helden, erkennt man sofort eine Jungfrau… äh, oder –mann in Not. Andree Schneider suchte vergeblich den Eingang der Rat und wir waren natürlich so hilfsbereit ihm den Weg zu weisen… ihr wisst schon, so als echte Helden eben den Weg durch´s heimtückische und mörderische Labyrinth… oder einfach nur die Straße runter. Einige Male bin ich bei ihm vorbei gegangen, habe mir seine Mappe angesehen und die Gelegenheit natürlich gleich beim Schopf gepackt. Er hat seine Internetseite bei helden.de bereits verlinkt, wo ihr einige seiner Arbeiten zeigt. Herzlichen Dank!
Die Preise auf der Rat waren absolut in Ordnung, auch wenn meine neckischen Sticheleien manchen Verkäufer etwas anderes annehmen ließen. Naja, ich denke, sie können damit umgehen.
Beim Schlendern durch das Gebäude fanden sich die ausgeschriebenen Aussteller, die gerne bereit waren, Auskunft über alle möglichen Spiele zu geben. Mike war besonders begeistert, da ihm eine Promokarte geschenkt wurde. Wie schön, dass manche Leute mit so kleinen Geschenken so viel Freude gemacht werden kann.
Nur kurz war ich im Workshop zum Projektplan für 2010 und 2011. Es war eigentlich nicht viel mehr als ein Abriss einiger Workshops des Wochenendes. Interessant war allerdings, dass Ulisses anscheinend einen Rekordumsatz erzielt hat. Damit sind die Bedenken, dass es sich um die letzte Rat gehandelt haben könnte auch ausgeräumt. Interessant ist auch, dass mehr Platz an hochrangige Stellen für Spielercharaktere freigemacht werden soll. Da bin ich ja mal gespannt, welche da sein sollen. Wahrscheinlich eignen sich diese dann eher für da Ende einer Heldenlaufbahn. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.
Ein Blick in das Programmheft zeigte, dass einige Workshops nicht enthalten waren (oder andere mit falschen Namen versehen). Darunter zählte nicht nur die Preisverleihung von „Auf Aves Spuren III“, sondern auch der Workshop von Alex Spohr um die Zukunft Araniens. Vorsicht!!! Spoiler! Für alle Spieler, die noch gerne um die Intrigenspielchen in Aranien spielen wollen, ist hier erst mal Schluss.
Der Workshop um Aranien „Aranische Nächte, Skorpione und Verschwörer“ war vor allem dazu gedacht, die DSA Fans auszuhorchen, wie sie sich die Zukunft des Landes vorstellen und was sie auf gar keinen Fall haben wollen. Es kam heraus, dass man Dimiona endgültig vernichtet sehen will. Außerdem soll König Arkos aus seiner „Trance“ heraus geholt werden, aber seinen gutmütigen Charakter nicht verlieren. Zur Diskussion stand auch, ob der Geist Eleonora wieder zurück in ihren Körper könnte(, aber ich persönlich hoffe, dass das nicht der Fall sein wird, tot bleibt tot, die Seele gehört Boron Punkt). Gewünscht war auch, die Königsmutter Sybia auf natürliche Weise sterben zu lassen, sie sei für aventurische Verhältnisse alt. Auch die Nachfolge wurde diskutiert, es konnte aber keine einheitliche Meinung unter den Anwesenden festgestellt werden. Besonders schade finde ich, dass Mara offenbar nicht mehr den Weg zurück in die Öffentlichkeit finden wird. Dabei wurde auch gleich kritisiert, dass Hexen bisher wenig Einfluss in Aranien haben, obwohl es doch von offizieller Seite her heißt, dass sie besonders angesehen sind. Ausführliche Informationen zu dem Workshop findet ihr im Ulisses Forum, wo Alex eine ausführliche Zusammenfassung gepostet hat.
Den Wege der Alchemie – Workshop hätte ich zu gerne gesehen. Aber zu diesem Zeitpunkt trafen wir uns vom Wettbewerb „Auf Aves Spuren“ aus und besprachen das Verfahren am kommenden Sonntag. Dafür war Mike dort und hat sich einige Notizen gemacht:
„Meine erster Workshop auf meiner ersten RatCon (ja ich bin ein Neuling auf Cons) drehte sich um Wege der Alchemie. Der Workshop zu der neu erscheinenden Spielehilfe wurde vom Hauptautor Chris Gosse geleitet und drehte sich anfangs nicht im eigentlichen Sinne um die Alchemie. Da dieser Band die bestehende Publikation „Stäbe, Ringe, Dschinnenlampen“ ersetzen soll, wurde vor allem das heiße Thema Artefaktmagie stark diskutiert. Viele Verbesserungsvorschläge von Seiten der Teilnehmer, um die Magie rund um den Arcanovi und Applicatus ausgeglichener zu gestalten, wurden von Chris Gosse aufgenommen. Alles in allem soll der neue Wege-Band die Regeln gegenüber der Vorgängerpublikation wesentlich einfacher und kürzer sein aber im Gegenzug mit mehr und ausführlicheren Beispielen unterlegt werden. Doch was soll jetzt anders und besser sein als im Vorgänger? Die Zauberzeichen werden erweitert, die Artefaktmagie wird stark überarbeitet, Metalurgie wird ausführlicher und die Alchemie wird ausgeglichener. Wer sich bisher durch die Differenz zwischen Zutatenkosten und Verkaufswert von Heiltränken eine goldene Nase verdient hat, wird dieser einfachen Methode sein Dukatenkonto auf der Nordlandbank aufzubessern, beraubt werden. Heißt im Klartext: Die Relation zwischen Zutatenkosten, Nutzen und Trankkosten soll stimmen. Weitere Details konnten allerdings wegen der Mangelnden Zeit nicht mehr diskutiert werden. Das Endresultat „Wege der Alchemie“ soll seinen Vorgänger um circa 50-100 Seiten übertreffen und Anfang 2011 erscheinen.“
Als das Gespräch mit der restlichen Jury beendet war, sah man auch schon die ersten Leute mit der Dunkle Zeiten – Box herumlaufen. Manch einem waren die 60 EUR doch etwas zu viel, wie mir, auch wenn das Verhältnis Preis zu Seitenzahl an den anderen DSA Publikationen orientiert ist. Auch das neue Abenteuer Der Mondenkaiser war unter den Besuchern häufig zu finden. Manchem schien sauer aufgestoßen zu sein, dass man als Held rohajatreu sein soll, andere beschwerten sich, dass das Fortsetzungsabenteuer nur als T-Abenteuer zu bekommen ist. Es gibt immer etwas zum Nörgeln…
Sehr gerne hätte ich noch weitere Workshops wie Von Fran-Horas bis Robak von Punin - Erzmagier und die Basiliusprüfung oder Tharun - eine alte Welt erwacht zu neuem Leben gesehen. Aber leider ist nicht für alles Zeit und hin und wieder will frau ja auch spielen. So erlebte ich am Nachmittag ein nettes Abenteuer mit einigen Bekannten und schloss mich im nachhinein einer Runde von Björn Hinrichs an, bei der wir einige witzige Rätsel zu lösen hatten. Herzlichen Dank an die beiden Spielleiter, es hat viel Spaß gemacht.
Auch Mike hat seine ersten Erfahrungen in Con-Runden gemacht:
„An der ersten Runde war ich auch noch beteiligt, auch von meiner Seite nochmal herzlichen Dank an den Spielleiter! Der restliche Abend verlief nach gutem Essen etwas wilder. Wer sich schon immer auf die Vorurteile aus TV Serien aus Amerika einlassen will, den kann ich nur empfehlen „All flesh must be eaten!“ einmal auszuprobieren. Für mich eine willkommene Abwechslung zu der mir bis dato bekannten DSA Welt und eine Gelegenheit etwas „Zeitgenössisches“ auszuprobieren, das jederzeit vor DEINER Haustüre passieren könnte. Danke an dieser Stelle an den Spielleiter der dies ermöglicht hat. Jetzt zurück zu dir Nicole/Jolinar.“
Tja, die Nacht brach herein und wir versuchten wieder neben dem lauten Geschnarche ein wenig Ruhe zu finden. Zum Glück hatten wir uns tagsüber ja Ohrenstöpsel besorgt.
Der nächste Morgen und damit der letzte Tag, begann wie der davor, nur dass ich etwas in Eile war, da ja um 10 Uhr bereits unsere Preisverleihung von Auf Aves Spuren III anstand. Ich habe mir natürlich wieder selbst Stress gemacht und kam ein wenig zu spät. Was soll´s. Dafür hatten wir tolle Preise im Gepäck (mehr dazu in der entsprechenden Rubrik auf helden.de). Sehr zu unserer Freude waren wieder einige der Preisträger anwesend. Dieses mal war es besonders schön, da Diana Rahfoth, die zusammen mit Claas Rhodgeß den ersten Platz belegte, ihr Glück so euphorisch zeigte. Wir hoffen sehr, sie hat mit dem Gutschein und den Büchern jede Menge Spaß und freut sich über die gedruckte Form ihrer Arbeit.
Auch an diesem Tag hätte ich gerne wieder einige Workshops besucht. Am Ende entschied ich mich dann aber für Myranor - Satus Macht und Lev'thas Macht - das Haus Icemna. Nicht zuletzt, weil der Zusammenhang zwischen aventurische Hexen und dem Satu-Kult auf Myranor für mich als Hexensympathisantin sehr spannend ist. Christian Sassenscheid führte uns durch den Workshop, ließ durchaus das ein oder Andere durchblitzen, wie er sich die Insel und die Kultur vorstellte, war aber mehr darauf erpichte Meinungen und Ideen zu hören. Besprochen wurden z.B. die Ordenskrieger, die nicht mehr diesen starken Shaolin – Touch haben und auch etwas effektiver angelegt sein sollen. Kritisch betrachtet wurden die Icemna mit ihren „Züchtungen“ bei Menschen. Ein schwieriges Thema, bei dem man zu bestimmten deutschen Ereignissen so wenige Parallelen aufkommen lassen möchte, wie nur möglich. Besonders interessant wurde die Diskussion als das Thema Richtung Su'Lithus, den lebendigen Steinen, gelenkt wurde. Wahrscheinlich würde das Thema bei den meisten Spielern für Aventurien nicht gut ankommen, ich finde es aber eine klasse Idee. Besonders die Umsetzung! Natürlich bringt es mächtige Vorteile solche Steine zu besitzen, aber natürlich wird ein Ausgleich geschaffen. Soweit wir das besprochen haben, kann ich das Vorhaben nur unterstützen. Allgemein habe ich für meinen Teil festgestellt, dass meine Lieblingshexe so ihre Probleme mit dem Satuglauben dort hätte. Sicherlich interessante Konflikte, die man evtl. irgendwann einmal ausspielen kann, sofern man in Berührung mit Bewohnern Era´Sumus kommt. Es wurde außerdem unterstrichen, dass wenn dieser Band von Era`Sumu gut ankommt, noch weitere Beschreibungen zu den hohen Häusern Myranors geschrieben werden.
Mike besuchte ebenfalls noch einen Workshop:
„Auch ich habe vom Sonntag noch aus einem sehr interessanten Workshop zu berichten: Abenteuer-Klassiker aufgemöbelt. Da ich die alten Abenteuerkampagnen wie die Orklandtriologie und „üdmeertetralogie geliebt habe (und auch in der 4er Edition gespielt und gemeistert habe) dachte ich mir, jawohl genau das Richtige! Chris Gosse brachte das Abenteuer Der Zug durch das Nebelmoor mit, das zuvor auf der Homepage von Ulisses die Abstimmung gewann. Der Zug durch das Nebelmoor war damals ein DSA 1 Abenteuer das einen ausgeschriebenen Wettbewerb gewann und von Schmidt Spiele gedruckt wurde. Im Workshop wurde der Plot skizziert und dann die Schritte im Einzelnen durch diskutiert, wie man aus diesem veralteten Spielkonzept etwas Neues machen kann. Einig waren sich wohl alle, dass das Abenteuer in der gedruckten Form nur sehr schwierig bis unmöglich in einer kritischen 4er DSA Runde spielbar ist. Sollte dieses Konzept, das auch schon auf der letzten RatCon gut angekommen ist, auch auf der nächsten RatCon in dieser oder ähnlicher Form stattfinden, kann ich für Liebhaber alter Klassiker diesen Workshop nur weiterempfehlen! Alles in allem war es lohnenswert und lehrte dem geneigten Meister das Folgende: Entferne das „Railroading“ aus den alten Abenteuern oder verpacke es so, dass der Spieler denkt es war seine Entscheidung.„
Ganz kurz habe ich noch in die Podiumsdiskussion reingeguckt, aber dieses schwarz-weiß - grau - bunt - Thema geht doch eh immer gleich aus: Macht was ihr wollt in eurem Aventurien. Die einen mögen es hald grau, die anderen grauer, oder so. Die restliche Zeit haben wir dann bei einer kleinen Munchkinrunde verbracht, bei der natürlich ich gewonnen habe!
Alles in allem war es ein schönes Wochenende, bei dem aber mal wieder viel zu wenig Zeit war um alles zu sehen, was man sehen wollte. Trotzdem danke an alle, die mir dieses schöne Wochenende beschert haben.
Mike: „Auch von meiner Seite, danke an alle und vor allem an Jolinar, die mich dazu gebracht hat meine erste Con zu Besuchen. Ich bereue nichts.“
Mike & Jolinar
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geschrieben am: Sun, 26 Sep 2010
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