Helden.de » Reviews » Exoten » Labyrinth Lord – Herr der Labyrinthe
Kurzbeschreibung
Ein klassisches Fantasy-Rollenspiel von Labyrinthen, Magie und Monstern
Betrete eine Welt voller Labyrinthe, Magie und Monster. Übernehme die Rolle eines Klerikers, Zwergs, Elfen Kämpfers, Halblings, Magiers oder Diebes auf der Queste nach Ruhm, Schätzen und Abenteuer. Dies ist ein komplettes Regelwerk, Alles, was du noch brauchst, sind ein paar Blätter Papier und Würfel. Der Herr der Labyrinthe wartet schon auf dich... Kannst du die Gefahren des Labyrinths überleben?
Labyrith Lord ist nicht neu order innovativ. Dieses Spiel ist ein Versuch, dem Genre der Old-School-Fantasy neues Leben einzuhauchen und einen kleinen Teil dazu beizutragen, neue Anhänger zu gewinnen. Labyrinth Lord geht den gleichen Weg, den vorher auch schon andere "Retro-Clone"-Systeme gegangen sind. Man kann es sich als eine Art Emulator vorstellen, der dazu dient, die Regeln (Algorithmen) aus den 80er Jahren mit Hilfe moderner Präsentation und mit den Begriffen aus dem Open Game Content (OGC), der durch die Open Gaming Licence (OGL) Version 1.0a von Wizards of the Coast, Inc. zur Verfügung gestellt wird, neu darzustellen.
Meinung:
Die deutsche Übersetzung des Old-School-Rollenspiel „Labyrinth Lord“ von Daniel Proctor ist zur RPC 2009 als Softcover mit fast 150 Seiten erschienen.
Das Regelwerk umfasst alles, was man zum Spielen braucht, und ist entsprechend in einen Teil zum Generieren der Charaktere, einen Regelteil, einem umfassenden Monstermanual, sowie einem Bereich mit Ausführungen für den Spielleiter.
Nachdem Vorwort des Autors folgt eine kurze Einleitung, welche das Spiel Labyrinth Lord, sowie das Spielkonzept Rollenspiel kurz vorstellt. Auch werden hier einzelne Begriffe und Abkürzungen erläutert, sowie die Besonderheiten der Würfel erklärt.
Im zweiten Kapitel wird die Charaktergenerierung besprochen, sowie die einzelen Charakterklassen und Ausrüstung vorgestellt. Als Klassen stehen Kleriker, Zwerg, Elf, Kämpfer, Halbling, Magier und Dieb zu Verfügung. Ja, ihr habt richtig gelesen, wo in vielen Rollenspielen eine Trennung zwischen Rasse und Klasse vorliegt, hier gibt es sie nicht. Rasse und Klasse sind letztlich das selbe.
Nach dem der Charakter nun gebaut ist, werden die einzelnen Zaubersprüche vorgestellt, getrennt in Klerikersprüche und Magiersprüche.
Kapitel 4 widmet sich dem Abenteuerleben, es werden Bewegung, Beleuchtung, Rasten, aber auch Dinge wie Gefolgsleute und Söldner behandelt, und auch die Erfahrungspunktevergabe.
Nachdem nun die konfliktlosen Dinge geregelt sind, folgen nun die Regeln für den Kampf. Hier finden sich aber nicht nur Regeln für den Kampf der Charaktere gegen eventuelle Gegner, sondern auch gleich die Regeln für den Schiffskampf, Moralproben von Gefolgsleuten und Gegner, sowie Festungen.
Nachdem man nun weiß, wie man kämpft, kommt im nächsten Kapitel das Thema, gegen wen man kämpft. Es folgt das Kapitel über die Monster. Geordnet von A – Z finden sich in diesem Kapitel fast 130 Monster, einige davon mit zusätzlichen Unterarten, die wieder eigene Besonderheiten haben. Jedes Monster ist mit relevanten Werten, Aussehen, und eventueller Beutegröße beschrieben. Auch liegen dem Kapitel gleich 3 Zufallstabellen für Begegnungen bei.
Nun sind Erfahrungspunkte schon eine tolle Belohnung, aber eigentlich will man als Spieler mehr für seinen Charakter, also kommen in Kapitel 7 die Schätze dran. Nachdem Tabellen für die Schatzgrößen der einzelne Monster, aufgeführt werden, folgen die Tabellen für die einzelne Schätze, sowie umfangreich Erklärungen zu den einzelne Schätzen.
Als letztes Kapitel schließt sich nun das Kapitel für den Spielleiter an. Hier werden Tipps zur Erstellung eigener Labyrinthe gemacht, außerdem Tipps für den Umgang mit Spielern gegeben. Auch ein komplettes Beispielabenteuer findet sich hier.
Als letztes folgt das Nachwort der deutschen Übersetzer. Außerdem diverse Anhänge mit der Open Game Lizenz, dem Charakterbogen zum Kopieren und einer Hexkarte
Die Art der Übersetzung ist auch das besondere an der Deutschen Ausgabe von Labyrinthe Lord. Kein Verlag hat sie in Auftrag gegeben, nachdem er eine Lizenz erworben hat, sondern eine Gruppe von deutschen Fans hat das Regelwerk in Gemeinschaftsarbeit übersetzt.
Das Regelwerk selbst ist als Softcover gehalten. Das Cover selbst ist in dunklem Lila mit Titelbild gehalten, die Rückseite in Schwarz mit lila Schrift. Die Seiten selbst in Weiß mit schwarzer Schrift, Zeichnungen finden sich über den ganzen Band verteilt. Als einziger Schmuck der Seiten dient jeweils am äußeren Rand der Seite die Kapitelüberschrift. Die Bindung ist stabil.
Das Regelwerk ist sehr gut geordnet, nur dass sich die Tabellen für die Rettungswürfe der einzelnen Klassen nicht bei der Charaktergenierung finden lassen ist von Nachteil. Auch ist die Erläuterung des Kampfsystemes nicht unbedingt beim ersten Lesen direkt zu verstehen, auch das Beispiel ist da leider wenig hilfreich. Hier wären ein paar mehr Hinweise auf die Tabelle am Schluss des Kampfkapitels sinnvoll gewesen.
Die Übersetzung ist durchweg gut gelungen, es gibt kaum Stellen, die seltsam anmuten, auch die Übertragung der englischen Begriffe ist passend gelungen.
Fazit:
Insgesamt ist ein schönes Regelwerk entstanden, das zum schnellen Spiel hervorragend geeignet ist. Für kurze kampflastige Abenteuer, oder Kampagnen ist es sehr gut geeignet, und das ohne große Investitionen. Für Einsteiger sicherlich besser als viele andere Regelwerke. Für Freunde des klassischen DungeonCrwals genauso geeignet, wie Liebhaber regelarmer Systeme.
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gelesen: 1034 mal
Wörter: 1238
geschrieben am: Sun, 21 Jun 2009
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