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1914-18: Europa in Schutt und Asche



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Klappe:
Zwischen 1914 und 1918 stürzte sich die Welt in eine völlig neue Art von Krieg. Diese Dokumentation des renommierten Journalisten und Dokumentarfilmers Jean-François Delassus versucht das unerklärliche zu erklären: Wie konnten Millionen von Männern vier Jahre lang die unglaubliche Härte des Lebens in den Schützengräben ertragen, Jahreszeit für Jahreszeit, Tag für Tag, Nacht für Nacht? Wie konnten sie die Vorstellung des fast sicheren Todes akzeptieren, wenn sie den genauen Grund, warum sie kämpften, nicht einmal benennen konnten? Delassus und die Historikerin Annette Becker stellen eine provokante These zur Diskussion: Der 1. Weltkrieg wurde durch allgemeines und wechselseitiges Einverständnis aufrecht erhalten.



Meinung:

Die Dokumentation ist aus der Sicht eines französischen Soldaten, bzw. dessen Tagebucheinträge, erzählt. Leider bleibt bis zum Schluss nicht klar, ob es tatsächlich diesen Soldaten (dessen Namen man nicht erfährt) handelt, oder ob es sich nur um „einen“ Soldaten, also einen Stellvertreter für alle anderen Soldaten, handelt. Auf jeden Fall bekommt man so ein deutlich detaillierteres, persönlicheres Bild des Krieges. Dazu kommt, dass einige, zumindest in Deutschland, unbekanntere Aspekte des Krieges erwähnt werden, zum Beispiel Aufstände und Erschießungen innerhalb der französischen Armee. Da es hauptsächlich eine französische Produktion ist, und aus französischer Perspektive erzählt wird, wird auch verstärkt auf französische Taktiken und Reaktionen auf deutsche Angriffe eingegangen. Natürlich wird auch über Neuerungen der Kriegsführung, und der „Industrialisierung“ derselben berichtet. Hierbei wechseln Originalaufnahmen mit nachgestellten Szenen ab. Hierbei wird auch auf deutsches Material zurückgegriffen, wo es passend ist, und auch zum Teil die Sichtweise der Deutschen dargestellt.


Leider endet die sonst sehr gute Dokumentation am Ende in Ungenauigkeiten. Zum einen werden Zitate genutzt, die erst einige Jahre später geäußert wurden, zum anderen werden historische Tatsachen falsch dargestellt. Sehr schade ist, dass nicht auf den Einfluss der neu entwickelten Tanks eingegangen wird, vor allem da in früheren Kapiteln immer wieder auf die „neuen Waffen“ geflucht wird, und nun, am Ende, helfen diese doch den Krieg zu beenden.

 

Fazit:
Insgesamt ist diese Dokumentation sehr gut gelungen und deckt nicht nur die - in Deutschland - bekannten Fakten ab. Sie ist auf jeden Fall eine gute Ergänzung und Visualisierung zu einem Geschichtsbuch, wenn auch nicht so detailreich. Leider muss man sagen, dass durch die gerade am Ende sehr deutlichen Ungenauigkeiten diese Dokumentation alleine kein ausreichendes Bild des ersten Weltkrieges abgibt.


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gelesen: 202 mal
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geschrieben am: Tue, 5 Apr 2011
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