Helden.de » Reviews » Film » 44 Inch Chest – Mehr Platz braucht Rache nicht
Ein starker Titel, ein Revolver als Titelbild und ein markiger Klappentext, alles, was man für einen actionreichen, schießwütigen Rachefilm braucht. Und wer den Film aus diesem Grund ansieht, wird schnell merken, dass man genau diese Art von Film nicht vor sich hat.
Colin, ein massiger Mann (daher der Titel, 44 inch bezieht sich auf seinen Brustumfang), der wohl keine Probleme hat, Dinge mit roher Gewalt zu lösen, weiß nicht, was er machen soll, als er von seiner Frau wegen eines jüngeren Loverboys verlassen wird. Er hat zwar keine Hemmungen, die Wahrheit aus seiner Frau herauszuprügeln, aber was soll er jetzt mit dem gekidnappten Mann anfangen? Gut, dass er seine Freunde hat, alles verschiedene Charaktere, die nur eins gemeinsam haben: die Sorge um Colin. Jeder versucht auf seine Art ihm Rat zu geben.
Der älteste ist Old Man Peanut, ein alter Haudegen, den man nur als brutales Arschloch beschreiben kann und der für die Ermordung des Lovers ist. Daneben versucht Meredith, der erfolgreiche Schwule der Gruppe, möglichst schnell zu einer Lösung zu kommen, zu welcher auch immer. Der junge Mal, cholerisch, zynisch und gnadenlos, würde auch selbst die Tat ausführen, Hauptsache der Jüngling stirbt. Der letzte im Bund ist Archie, der nette Freund, der noch bei Mama wohnt, und dessen wichtigstes Ziel es ist, dass Colin glücklich ist.
Diese gemischte Ansammlung von Männern soll nun über das Leben eines Mannes entscheiden.
Die Rollen sind durch die Bank mit hochkarätigen Schauspielern besetzt, die den Anforderungen gerecht werden. Gerade bei einem Film wie diesem, in dem Effekte durch das Zusammenspiel der Charaktere erreicht werden und nicht durch beeindruckende Kulissen, kann dies schnell über Top oder Flop entscheiden, in dem Fall Top.
Die Kulisse beschränkt sich fast ausschließlich auf ein abbruchreifes Haus. Dies vermittelt daher eher das Gefühl, ein Theaterstück anzusehen, was den Film interessant macht und die starke Nähe zwischen Täter und Opfer unterstreicht. Einzige Ausnahmen sind kurze Szenen in der Außenwelt, die sich in der Vergangenheit abspielen.
Die Musik ist passend gewählt, da sie nur in bestimmten Augenblicken als Untermalung dient. Der restliche Film beschränkt sich auf die natürliche Akustik der Umgebung, genau passend für den minimalistischen Filmstil.
Zum Schluss hin dreht der Film ziemlich ab. Es kommt zu einer Vermischung zwischen Traum und Wirklichkeit. Die Grenzen sind nicht genau gezogen, so dass man mit dem Ende des Films etwas verwirrt zurückbleibt, was wohl beabsichtigt war. Persönlich finde ich das nicht passend, weswegen der Film eine etwas schlechtere Wertung erhält.
| Fazit: Insgesamt war der Film etwas zu überzogen. Gerade zum Schluss hin gleitet der Film ab und lässt einen auch etwas unschlüssig zurück. Die Dialoge, die Kulisse und die Musik unterstützen aber so gut, dass man, wenn man diese Art von Filmen mag, auf jeden Fall nicht daneben fasst beim Kauf. Joela |
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geschrieben am: Sun, 19 Jun 2011
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