Helden.de » Reviews » Film » Sharkwater - Wenn Haie sterben
Kurzbeschreibung
Der faszinierende, in atemberaubend schöne Bilder umgesetzte Film 'Sharkwater' ist weit mehr als nur eine qualitativ herausragende Dokumentation. Elegant verbindet er Schönheit und Grausamkeit des Lebens im Ozean miteinander.
Regisseur Rob Stewart, Fotograf, Taucher und passionierter Hai-Kenner, wollte mit den Vorurteilen gegenüber Haien aufräumen. 'Sharkwater' zeigt in berauschenden Aufnahmen diese außergewöhnlichen und vollkommen friedlichen Tiere in ihrem zunehmend eingeschränkten, bedrohten Lebensraum.
Stewart betreibt in dem grandios bebilderten Film nicht nur Aufklärungsarbeit über Wesen und Natur der Haie. Die großartige, packend erzählte Doku ist auch ein eindringliches Plädoyer für eine Neudefinition der Beziehung zwischen Mensch und Tier.
Meinung
Schon der Untertitel der DVD „Wenn Haie sterben“ hat mich Schreckliches vermuten lassen. Leider wurde ich in dieser Vermutung auch noch bestätigt oder eigentlich glücklicherweise bestätigt. Man wird hier mit grausamsten Bildern konfrontiert, sieht wie Haie und anderes Meeresgetier (verschiedenste Großfischarten, Meeresschildkröten, Robben & Seehunde, etc.) beim Longline-Fischen elendig an den Haken der Leinen ersticken, wie Haien bei lebendigem Leibe die Flossen abgeschnitten werden - sogenanntes „Shark Finning“ - und noch lebend wieder in die Fluten zurückgeworfen werden um sie dort verrecken zu lassen, da nur die Flossen des Hais verwertbar und genießbar sind. Meiner Meinung gehört jedem der solche Fangmethoden verteidigt oder als Lapalie abtut, dasselbe angetan. Wie zum Beispiel diesem Hammerhai, dem alle Flossen abgehackt, dessen Schnauze teils gespalten und mit fast abgeschlagenen Kopf noch lebend zurück ins Meer geworfen wurde.
Wie man nicht überlesen kann, handelt es sich hier um keine gewöhnliche Unterwasserdokumentation, wie man sie sonst gewohnt ist. Es wird kein Blatt vor den Mund genommen und man wird auch nicht mit schonungslosen Bilder der grausamen, weltweiten und größtenteils illegalen Haischlachterei verschont. Trotzdem kam bei mir nie die Befürchtung auf, dass es sich hierbei um reinen Exhibitionismus handeln könnte. Dafür ist man einfach zu unbarmherzig offen mit der Thematik umgegangen, um aufzurütteln und den Menschen endlich vor Augen zu führen, welcher Massenmord tagtäglich in unseren Meeren passiert. Vergleichbar nicht mit dem Holocaust oder jemals begangenem Völkermord dieser Erde. Sollte die Menschheit aussterben, wird es keine derartig gravierenden negativen Auswirkungen auf das globale Ökosystem haben, wie die Ausrottung der Haie, von denen jährlich etwa 200.000.000 Individuen dahingeschlachtet werden, nur um der Arroganz und Einbildung verschiedener Völker (in Asien ist Haifischflossensuppe eine mehr als beliebte Festspeise) und Bevölkerungsschichten genug zu tun. Eigentlich wollte der passionierte Taucher, Hailiebhaber und -schützer Rob Steward eine Dokumentation über die einzigartige und faszinierende Welt der Haie zusammenstellen – was ihm auch in vielen fantastischen Bildern gelungen ist - die keineswegs die schrecklichen Killer sind, als die sie immer noch dargestellt werden. Ein Beispiel im Film führt auf, dass z.B. mehr Personen durch Getränkeautomaten getötet werden, als durch Haie, welche jährlich etwa 5 Menschen auf dem Gewissen haben. Kein Vergleich zu bald 7 Milliarden oder jährlich 200 Mio toten Haien. Im Laufe seiner Dreharbeiten kam er dabei mit einem Greenpeace-Team der costa-ricanischen Haimafia auf die Spuren, welche von ihrem taiwanesischen Pendant gesponsort werden und in großem Stile Haiflossen „herstellte“, obwohl dies in Costa Rica illegal ist. Schließlich stellte sich sogar heraus, dass die Regierung ebenso involviert war, bzw. bestochen wurde und somit die Schwarzfischerei und Wilderei duldete. An diesem Punkt muss ich einem anderen Kritikern dieses Filmes vehement widersprechen, dass es nichts nützt, dass auch die Tierschützer teilweise mehr als fragwürdige Methoden, wie das Rammen von Fischerbooten, anwenden. Damit würde man den finanziell armen Fischern deren Existenz rauben, welche mit dem illegalen Haifang im Grunde genommen nur ihre Familie ernähren. Dagegen spricht, dass, nachdem diese Missstände aufgedeckt wurden, die Bevölkerung Costa Ricas geschlossen auf die Straße ging und die Regierung schlussendlich ein Einsehen hatte. Es ist hinlänglich bekannt, dass es sich bei diesem Land nicht um das reichste handelt. Ebenso hat es sich auf den Galapagos-Inseln (!!!) verhalten.
Wie weiter oben bereits erwähnt, kann der Film in den Momenten mit großartigen Aufnahmen auftrumpfen, in denen diese außergewöhnlichen Tiere in ihrer natürlichen Umgebung völlig friedlich dargestellt werden. Natürlich lässt sich diese Qualität nicht mehr aufrechterhalten, als man mit versteckter Kamera der Haimafia nachschnüffelt. An Extras ist bis auf ein Making Of, ein paar Trailer und einem bizarren Lehrfilm der US Navy aus den 50ern nicht viel geboten. Um ehrlich zu sein braucht man nach dem „Genuss“ dieser Dokumentation auch keine besonderen Extras mehr. Es wäre des Weiteren noch zu empfehlen, sich den Film in Originalsprache zu Gemüte zu führen, auch wenn keine deutsche Untertitel zur Verfügung stehen. Da nicht 1:1 synchronisiert wurde und man auch noch die Originalsprecher hören kann, ist dies definitiv die bessere und weniger nervende Lösung.
Fazit
Lange habe ich keinen derart aufreibenden, verstörenden und trotzdem faszinierenden und aufklärenden Film gesehen, wie den mir vorliegenden. Definitiv kein Film für Menschen mit empfindlichen Mägen, denen ich aber dennoch anrate ihn zu sehen. Daher hoffe ich, dass die Absicht Rob Stewarts aufgeht und zukünftig mehr für den Schutz der Haie und schlussendlich dem Schicksal des gesamten Planeten getan wird als bisher. In einer angeblich so gebildeten und zivilisierten Gesellschaft wie der heutigen, sollte dies eigentlich Voraussetzung sein. Von mir erhält Stewart die volle Unterstützung und somit eine 1* für sein packendes Werk!
Payne
| Kauflust?
|
Alternativ: - unser Partnershop www.rpg-shop.com - Rollenspiele: www.rollenspiel-shop.de oder Pegasus - Bücher, Film, Musik, PC- und Konsolenspiele: Amazon, Gebraucht aber günstig gibt es fast alles auch in Auktionen Ebay (kennt jeder), Filme (auch mit FSK18) gibs bei filmundo der Filmauktion |
| -
Bücher, Film, Musik, PC- und Konsolenspiele - Rollenspiele und Zubehör
|
Rollenspiele
- Pegasus Filme (auch mit FSK18) gibs bei - filmundo Auktionen speziell für Filme Bücher, Filme, Spiele einfach kostenlos tauschen von Büchern, Filmen, Spielen und noch viel mehr ![]() |
Statistik:
gelesen: 797 mal
Wörter: 1280
geschrieben am: Thu, 9 Apr 2009
Kommentare 0
Artikel bewerten: Bisher noch keine Bewertung
Komentare
Komentar hinzufügen





