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Die Geschichte fängt gleich mit dem Flashback dieses Verschwindens an, doch trotz der spannenden Einleitung eins gleich vorweg: Der Film ist kein Thriller. Er ist zum einen Kriminalgeschichte im Stil der allzu bekannten CSI-Stories und ihrer Ableger, zum anderen und vor allem Familiendrama. Nach kurzer Bedienung der typischen Klischees (traumatisierter Polizist, mysteriöser Mordfall, möglicher Serientäter) entwickelt sich der Film daher in eine völlig andere Richtung.
Die Geschichte wird durch den Wechsel der Zuschauerperspektive in die verschiedenen Zeitebenen erzählt, die die Handlung miteinander verbindet. Es geht weniger um die Jagd nach dem Täter, sondern um die Geschichte des Opfers und seines Vaters (Josh Lucas), insbesondere die Schwierigkeiten, denen sich in den USA der 50er Jahre ein alleinerziehender Vater mit einem behinderten Kind ausgesetzt sah. So liegt der Fokus der Geschichte zum einen bei den Problemen von Detective Adkins, den Verlust seines Sohnes zu verarbeiten, zum anderen in dem verzweifelten Versuch eines Vaters, auf sich allein gestellt irgendwie für sein Kind sorgen zu müssen, sowie übergreifend darin, wie Eltern und Angehörige mit dem Verschwinden eines Kindes (nicht) klarkommen.
Der Film wechselt geschickt zwischen den verschiedenen Zeitebenen, um seine Geschichte zu erzählen. Er bedient sich dabei sparsamen, aber atmosphärisch gekonnt eingesetzten Spezialeffekten. Die Zeitraffereffekte, mit denen ein Ort oder Gegenstand um 50 Jahre in die Vergangenheit oder Zukunft versetzt wird, um den Perspektivenwechsel für den Zuschauer kenntlich zu machen, Parallelen zwischen den Handlungssträngen zu veranschaulichen oder Hinweise auf die Bedeutung von Orten und Beweisstücken zu geben, sind sehr gelungen in Szene gesetzt ohne aufdringlich zu wirken.
Trotz oder vielleicht gerade weil der Film mehr sein will als ein Krimi, überzeugt er mich weder als Krimi noch als Drama. Denn auch die durchaus überzeugenden schauspielerischen Leistungen von Jon Hamm als Detective Adkins und Josh Lucas als fürsorglichem, aber überfordertem Vater können die erheblichen Schwächen im Spannungsbogen nicht kaschieren. Die Handlung hat deutliche Längen und besonders ärgerlich – jedenfalls aus meiner Sicht als Krimiliebhaber – ist es, wenn der Täter für den Zuschauer bereits knapp nach der Hälfte des Films offensichtlich ist. Noch ärgerlicher ist es, wenn die Hintergründe der Tat dann nicht einmal ordentlich abgearbeitet werden. Das Motiv wird angerissen, aber im Ergebnis nicht überzeugend zum Zuschauer transportiert. Der Täter bleibt Nebensache, so daß am Ende das befriedigende Gefühl eines gelösten Falles ausbleibt.
Dem Regisseur Anders Anderson ist mit seinem Erstlingswerk aus dem Jahr 2009 kein großer Wurf gelungen. Auch das Beruhen auf einer wahren Begebenheit macht den Film nicht interessanter: Für einen Krimi zu wenig Spannung, für Family Entertainment zu ernst (und zudem FSK 16), für soziale Kritik fehlt am Ende doch der Aktualitätsbezug. Einzig überzeugend ist die Darstellung der Probleme in der Verarbeitung des Verlusts eines Kindes und die Ungewißheit über sein Schicksal. Davon lenkt der Kriminalteil der Geschichte aber wiederum zu sehr ab. So bleibt bei mir am Ende das Gefühl, daß der Regisseur nicht so genau wußte, was er will.
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Fazit: |
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geschrieben am: Thu, 17 Nov 2011
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