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Die Meister von Feuer und Stein



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An den Wurzeln der Zeit stehen die Zwerge als ältestes Volk Midgards, das nach eigenem Bekunden unter Anleitung der Götter die Welt erbaut hat. Voller Misstrauen schauen sie von ihrer Bergheimat auf die später Gekommenen herab: die aufdringlichen Menschen, die unzuverlässigen Elfen und die mit einem seltsamen Sinn für Humor ausgestatteten Gnome. Da ist es kein Wunder, dass ein echter Zwerg lieber seine Geheimnisse und seine Schätze für sich behält.
Dieses Buch wirft nun zum ersten Mal Licht auf das verborgene Wissen der Meister von Feuer und Stein. Die Geschichte der beiden Riesenkriege erzählt von Heldenmut und Verrat, von Siegen wie in der Kesselschlacht, wo König Fundin Eisbiss die Horden des EIS niederwarf, und von Niederlagen wie dem Untergang der prächtigen Zwergenhauptstadt Kuz Alhadur. Gar Merkwürdiges ist auch vom Königshaus von Dvarheim zu berichten, an dessen Anfang ein heldenhaftes Zwergenpaar und ein Thursenfluch standen, das seither aber immer wieder für Skandale sorgt, von den mysteriösen Ehemännern der Königin Maraska Stahlstimme bis zu dem verschollenen Zwillingsbruder von König Maudar Trollhammer.
Wer die Zwerge verstehen lernen will, muss einen Blick auf ihren unermüdlichen Fleiß werfen, mit dem sie die Schätze der Erde bergen und daraus wunderbare Werke wie die Olifantkrone oder den Krug Immervoll schaffen. Nicht umsonst lieben sie ihre Schatzbücher, in denen besondere Horte zusammen mit der Geschichte der Kleinodien beschrieben werden. Der Drang, unvergessliche Werke zu schaffen und zu besitzen, spiegelt sich auch in den Göttern der Zwerge wider, die einerseits die Erleuchter und Ersten Meister sind, andererseits aber auch als Versucher Zwerge in den Schatten ziehen können. Neben all den Helden-, Schatz- und Göttergeschichten wird auch das Alltagsleben der Zwerge beleuchtet, von ihrem Bartkult über Feiern und Eheschließungen bis zu den letzten Dingen am Ende eines langen erfüllten Zwergenlebens.
Das Quellenbuch enthält Hintergrundmaterial zu den Zwergen Midgards. Neben der Beschreibung ihrer Sagenwelt und ihrer Geschichte, ihrer Lebensweise und ihres Glaubens bietet das Buch ein kleines Bestiarium, Informationen über Runenmeister und ihre Zauberkünste sowie eine Vielfalt magischer Artefakte aus Zwergenhand.


Meinung:

Lange musste der geneigte Midgard Spieler auf diese längst überfällige Erweiterung zum Thema Zwerge warten.
Nun liegt sie also vor und präsentiert auf über 270 Seiten so einiges Wissenswerte über diese Wesen.

Das erste Kapitel "An den Wurzeln der Zeit" befasst sich sowohl mit der Geschichte, als auch mit der Mythologie der Zwerge Midgards. Zunächst wird die Schöpfungsgeschichte, so wie sie von den Zwergen überliefert wurde, beschrieben, dann wird der geneigte Leser auf eine Reise durch die Zeitalter und Epochen der Zwergengeschichte geschickt.

"Die Völker der Zwerge" und "Die Götter der Zwerge" sind die nächsten Kapitel und der Titel ist Programm, was den Inhalt angeht, der uns hier erwartet.
„Zwergewerk befasst sich mit Baukunst und Handwerk, für das die Zwerge in nahezu jedem Fantasysystem bekannt sind.
Für das Rollenspiel am wichtigsten ist in meinen Augen „Zwergenleben“ das sich mit dem allgemeinen Erscheinungsbild, den Sitten und Gebräuche aber auch Schrift und Sprache befasst. Hier erfahren wir also recht detailiert, wie sich das Leben der Zwerge Midgards denn so gestaltet.
Im Kapitel „Zwergennachbarn“ geht es um das Verhältnis zu den anderen Rassen Midgard, sowohl in der Gegenwart, als auch in der geschichtlichen Entwicklung. Besonders solche netten Mitbewohner wie Drachen und Riesen haben ja schon immer die Aufmerksamkeit der Zwerge erregt. Bei diesen hier beschrieben Kapiteln kommt man weitestgehend ohne Spielwerte aus, was einem Quellenband immer sehr zuträglich ist.

Bei den nächsten drei Kapiteln kommt man dann nicht ohne Spielwerte aus, es finden sich aber auch immer wieder Verweise auf die Regelbücher zum Spielsystem.
"Zwergenmagie"beschreibt Zaubersprüche und das Thaumaturgium der Zwerge, "Bestiarium" , wie der Name vermuten lässt, die unterschiedlichsten Kreaturen und "Zwergenabenteurer" liefern letztlich Informationen zu speziellen Berufen wir etwa dem Runenmeister.
Sinnvoller Weise findet sich am Abschluss des Bandes auch ein Index, der das Auffinden von bestimmten Informationen deutlich erleichtert.
Der Schreibstil ist durchweg als angenehm zu beschreiben und auch als Nichtmidgardspieler wird man gut unterhalten. Es ist kein Problem in den Texten Anregungen auch für andere Rollenspielsysteme zu finden.
Immer wieder finden sich Textkästen mit Passagen in Zwergensprache, Anekdoten, Lieder und Gedichte. Sehr schön eignen sich diese Dinge um die Spielwelt authentischer zu gestalten und sozusagen „Quellen“ und Zitate anbieten zu können.

Der Band ist ein solides Hardcover mit gutem Layout und einer haltbaren Bindung. Während das Frontmotiv einen vollfarbigen Einblick in den Thronsaal der Zwerge bietet, finden sich im inneren schwarz/weiß Abbildungen, die allesamt recht ansprechend wirken.
Etwas seltsam wirkt auf mich das folgende. Einige Abschnitte dieses Zwergenquellenbuches fielen Kürzungen zum Opfer. Zeitgleich liefert MIDGARD Press noch einen Ergänzungsband nach.
Dieser heißt origineller Weise „Ergänzungsband zu Meister von Feuer und Stein“ und liefert, ich zitiere, folgenden Inhalt:
„Da in einigen Abschnitten des Zwergenquellenbuchs aus Platzgründen gekürzt werden musste, werden in diesem Ergänzungsband die fehlenden Informationen nachgeliefert. Um den Lesefluss zu erhalten, werden dabei einige Passagen aus dem Quellenbuch wiederholt. Betroffen sind die Kapitel Metallkunst (Probierkunst, Erzzubereitung und Erzschmelze, Drahtschmieden und Drahtziehen), Musik und Tanz (Instrumente, Töne und Formen inkl. Noten, Singen und Tanzen), Sprache und Schrift (Futhark, Geheimschriften, "Erkenntnisse über die Zwergensprache" von Gercilaos Hyperichon, Wörterbuch).
Die meisten Zauberrunen, die zwergische Runenmeister beherrschen, wurden ursprünglich im vergriffenen Quellenbuch Waeland - Die Krieger des Nordens beschrieben. Im vorliegenden Band werden sie in der auf M4 bearbeiteten Form zusammen mit den Runen der Zwerge zusammengestellt, um das Nachschlagen zu erleichtern. Bei dieser Gelegenheit werden auch die beiden waelischen Abenteurertypen des Runenschneiders und des Skalden nochmals abgedruckt, die ebenfalls den Umgang mit Zauberrunen beherrschen.“

Dieser Ergänzungsband ist allerdings ein Softcover und kostet auch nur 6,- Euro. Allerdings wirkt das ganze durch das Kürzen auf der einen Seite und das Nachlegen auf der anderen Seite irgendwie laienhaft. Ist man so eigentlich nicht gewohnt von Midgard Press


Fazit:
Der Quellenband „Die Meister von Feuer und Stein“ ist ein ordentlich gemachter Quellenband rund um das zwergische Leben in Midgard. Die ersten sechs Kapitel sind eine wirklich stimmungsvolle Spielhilfe, die auch für Nichtmidgardspieler von Interesse ist. Die folgenden drei Kapitel erschließen sich ohne Kenntnis der Regelwerke nur sehr schwer. Die Wertung wurde etwas nach unten gezogen durch den seltsam wirkenden Ergänzungsband, hier hätte man lieber gleich alles in ein Buch stecken sollen.







Christoph

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Statistik:
gelesen: 575 mal
Wörter: 1344
geschrieben am: Tue, 14 Dec 2010
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