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Dunkelmond (May, Julien)

Dunkelmond (May, Julien) Klappe:
Mit Waffengewalt und dunkler Magie hat König Konrig die zerstrittene Insel Groß Blenholm unter seiner Herrschaft geeint. Doch seine Feinde wissen um Conrigs Schwäche. Denn das Gesetz sagt, dass keiner die Krone von Blenholm tragen darf, der über magische Fähigkeiten verfügt.
Die Gefahr wächst, als eine Sammlung mächtiger Talismane aus einem geheimen Versteck geraubt wird. In den falschen Händen würden sie Konrigs Schicksal besiegeln. Wie etwa den Händen von Prinz Beynor von Moss, der selbst mit den unheimlichen Meerwesen des Nordens paktieren würde, um seinen verlorenen Thron zurückzugewinnen.
Meinung:

Julian May, geb. 1931 in Chicago, ist eine amerikanische Schriftstellerin. Zum Teil benutzte sie das Pseudonym Julian Chain. Sie ist Autorin von Kinderbüchern (bereits mehr als 290) und von Science Fiction. Sie veröffentlichte ihre erste SF-Story „Dune Roller“ 1951 bevor sie sich zunächst dem Sachbuchbereich zuwandte. 1981 kehrte sie mit ihrer viel beachteten vierbändigen „Pliozän-Saga“ zur phantastischen Literatur zurück. Bekannt wurde sie in Deutschland vor allem durch ihre Bücher, die sie gemeinsam mit Marion Zimmer Bradley veröffentlichte. Heute lebt sie in Seattle.

„Dunkelmond“ bildet den 2. Teil der Trilogie „Borreal Moon“.

Die einzelnen Bände der Trilogie:

Band 1: „Schwertmond“ (im Original „Conqueror’s Moon“)
Band 2: „Dunkelmond“ (im Original „Ironcrown Moon“)
Band 3: „Sorcerer’s Moon“ (englische Version, deutsche Version noch nicht erhältlich)

Die Umschlaggestaltung dieses bei Bastei Lübbe erschienenen Taschenbuches ist von der Farbgebung sehr angenehm, schlicht und doch nicht kitschig, auch wenn mir noch nicht klar ist, wer die abgebildete Gestalt sein soll, die mit Laterne und gegürtetem Schwert an einem Höhleneingang steht, vor fast verdunkeltem Mond.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog aus der Ich-Perspektive von Schlich, einem königlichen Spitzel mit wildem magischem Talent. Daher vermutet man zunächst, dass die Geschichte auch weiter aus seiner Sicht erzählt wird, da er quasi Chroniken des Erlebten schreibt. Doch interessanterweise ist dies nicht der Fall.

In der in der dritten Person erzählten Geschichte, in der auch keineswegs der Schwerpunkt auf Schlich liegt, verfolgt der Leser mehrere Parteien, deren Aktionen sich alle mehr oder weniger um König Konrig drehen, den sie entweder zu Fall bringen oder aus verschiedenen Gründen an der Macht halten wollen. Dabei verwischt sich „Gut“ und „Böse“ da verschiedene Personen der einzelnen Parteien sehr interessant und ihre Beweggründe nachvollziehbar geschildert werden, so dass man Sympathien mit den Konrig-Freunden wie –Feinden aufbringen kann.

Das Buch lässt sich sehr leicht lesen, da der Erzählstil einen in die Geschichte eintauchen lässt. Das Buch ist kurzweilig, immer wieder springt man zu anderen Parteien und erlebt deren weitere Aktionen mit, ohne dass die Geschichte zu zerrissen wird. Besonders gut gefallen hat mir, dass der Hauptakzent auf der Magie und ihren Anwendern liegt, die teilweise auch neue, durchaus fürs Rollenspiel verwertbare Ansätze und Hintergründe zeigt, wie z.B. die Schmerzschuld, die man bei Verwenden von magischen Siegeln quasi im Schlaf begleichen muss und die durchaus auch zum Tod des Anwenders führen können.

Die Charaktere sind gut und lebendig beschrieben, was es einem leicht macht, Sympathien und Antipathien für den einen oder anderen zu entwickeln. Allerdings gibt es teilweise doch sehr viele Namen, die man sich merken und deren Verbindung zueinander nicht immer leicht zu durchblicken ist.

Dass dies der 2. Band in einer Trilogie ist, fällt allerdings nicht wirklich ins Gewicht, da kurz und prägnant auf Vergangenes verwiesen wird und man als Leser einfach nur den Eindruck erhält, dass man eben zu einem bestimmten Zeitpunkt ins Geschehen einsteigt. Lediglich die vielen Namen dürften einem Leser, der bereits den 1. Band verschlungen hat, mehr sagen und den (Wieder-)Einstieg erleichtern. Dass diesem Band noch ein 3. folgt, zeigt sich in einem doch recht abrupten Schluss, der für meinen Geschmack zu hektisch Verschiedenes zusammenfasst und zu viele Handlungsstränge offen lässt, wodurch ein doch leicht unbefriedigtes Gefühl zurückbleibt.

Fazit:
„Dunkelmond“ ist ein Buch, das man ungern aus der Hand legt, weil es sich flüssig und spannend liest und auch weil die Charaktere und die Magie der Welt sehr ansprechend und interessant eingebaut sind. Das etwas zusammengeschusterte Ende des Buches lässt einen jedoch ein wenig unbefriedigt zurück, weil zu viel offen bleibt. Andererseits reizt dies natürlich dazu, sich auch den nächsten Band zu Gemüte zu führen, damit man weiß, ob die Quelle ... aber Stop, es soll ja nicht zu viel verraten werden ...







indi
 

 

  

 

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gelesen: 368 mal
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geschrieben am: Tue, 12 Jan 2010
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