Helden.de » Reviews » Romane » Horror » Des Teufels Maskerade (Schlederer, Victoria)
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Klappe: DAS BUREU FÜR OKKULTE ANGELEGENHEITEN ERMITTELT Prag, 1909. Seltsame Dinge geschehen in der Goldenen Stadt: Der gefürchtete Master Buckingham ist zurückgekehrt, ein Major stirbt an einen mysteriösen Tod, und Dejan Sirco, Hauptmann a.D. und derangierter Detektiv in Okkulten Angelegenheiten, erhält einen äußerst delikaten Auftrag: Er soll den Fluch einer uralten Adelsfamilie brechen. Und im Zuge der Ermittlungen stößt Dejan gemeinsam mit seien Gefährten auf ein Geheimnis, das das Antlitz der Welt für immer verändern wird.
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1909, fünf Jahre vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges. Alte Ordnungen sitzen anscheinend unverrückbar in ihren Thronen. Doch unter der friedlichen Oberfläche brodelt es, und nicht nur die Menschen streben nach Unabhängigkeit von den Habsburgern.
Victoria Schlederer, selbst in Wien geboren, schafft es, die Stimmung der Kaiserzeit nach der Jahrhundertwende einzufangen und wiederzugeben. Die Beschreibung von Kaffeehäusern, engen Gassen, Pomp und Boheme und in gewissen Teilen auch Militarismus gelingt ihr vor allem in den ersten Kapiteln wunderbar. Andererseits, so schien es mir, hat sie auch in vielen Dingen übertreiben. Sehr deutlich ist mir das bei dem „Ehrbegriff“ der damaligen Zeit aufgefallen. Der Hauptcharakter, Dejan Sirco, ist als Adeliger und ehemaliger Offizier sehr darauf bedacht, diese seine Ehre zu erhalten. Leider oft in Situationen, die so nichtig sind (oder zumindest scheinen), dass es auf uns heute lächerlich wirkt. So findet er es z.B. als seinem Stand unangemessen, mit der elektrischen Straßenbahn zu fahren, oder verweigert in Gesprächen Antworten und Kommentare, da er diese als ehrlos empfinden würde.
Überhaupt hat das Buch einen sehr zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Auf der einen Seite ist die Geschichte an sich, die sehr spannend und voll mit Wendungen ist, die Schauplätze, die Stimmung, und die Tatsache, dass die Hauptcharaktere bis zum Schluss im Dunkeln tappen und der Lösung des Falles nicht wirklich näher kommen, all das führt dazu, dass man weiterlesen möchte. Auf der anderen Seite allerdings stehen ein unsympathischer Hauptcharakter, lange und ausschweifende Passagen die nichts mit der Handlung zu tun haben, aber auch weiter nicht Spannend sind und so die Lust am lesen nehmen.
Durchweg positiv muss man allerdings den Anhang erwähnen, der vor allem aus österreichischen Wörtern besteht. Auch die wenigen Zeichnungen und Karten sind eine nette Ergänzung.
Allerdings gibt es etwas, das mich besonders gefreut hat. Der Vampir Master Buckingham wird als brutal, gefährlich und angsteinflößend dargestellt, hat aber doch menschliche Seiten (die sogar große Teile der Handlung tragen) - in Zeiten von amerikanischen Büchern und Filmen geprägten „Soft-Vampiren“ ist das eine mehr als erfreuliche Abwechslung.
| Fazit: Victoria Schlederer hat einen ganz interessanten Roman abgeliefert. Wer die Idee mag, dass es eine Welt von mystischen Wesen gibt, die versteckt in unserer normalen Welt leben, wird über die langatmigen Stellen hinwegsehen können. Wer allerdings einen mit Spannung geladenen Mystery-Thriller sucht, der wird enttäuscht werden.
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gelesen: 307 mal
Wörter: 678
geschrieben am: Sun, 17 Jan 2010
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