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Tote Paten küssen besser: Ein Fall für Pepper Martin 1 (Daniels, Casey)

Tote Paten küssen besser: Ein Fall für Pepper Martin 1 (Daniels, Casey) Klappe:

Sie sieht tote Menschen.

Willkommen in der Welt Pepper Martins, aber seien Sie gewarnt: Hier ist nichts mehr wie es war. Peppers reicher Vater, ein Schönheitschirurg, sitzt wegen Abrechnungsbetrug mit der Krankenkasse im Knast. Ihr Verlobter, ein gutaussehender Börsianer, läßt Pepper wie eine heiße Kartoffel fallen, als der Ruf ihres Herrn Papa den Bach runtergeht. Soviel zu ihren Plänen, eine verheiratete Dame der besseren Gesellschaft zu werden und sich nur noch um ihre Rückhand und eine gleichmäßige Bräune zu kümmern.

Bewaffnet mit einem Abschluß in Kunstgeschichte, den sie eigentlich nie ernsthaft nutzen wollte, muß Pepper sich ihren Lebensunterhalt verdienen und bekommt den sinnlosesten aller sinnlosen Jobs: Fremdenführerin auf einem historischen Friedhof.

Als der Mafioso Gus Scarpetti Pepper dort zum ersten Mal anspricht, hört sie gar nicht richtig zu. Schließlich ist der Kerl schon seit dreißig Jahren tot. Was kann der schon groß zu sagen haben?

 
Meinung:

Der erste Blick auf das zwischen blass- und dunkelrosafarbene Cover führte beim Rezensenten zunächst zu gewissen paraallergischen Abwehrreaktionen. Da nutzte auch das etwas blasse rothaarige Mädel in vertrauter Zweisamkeit mit einem Skelett in „memento mori“-Stil nicht wirklich viel.

Aber Auftrag ist Auftrag und so widmete ich mich dann doch noch dem Roman mit seinen immerhin 310 Seiten. Zur Beruhigung: im Buch selbst wird wieder auf das altbewährte Farbsystem „schwarz auf weiß“ zurückgegriffen.

Auch ansonsten wirkte der Roman schon auf den ersten Seiten recht solide. Sprachlich im lockeren Stil der Detektivgeschichten, bei denen wir schnell einen frustrierten Alkoholiker mit verwaschenem Trenchcoat in „schwarzweiß“ vor unserem geistigen Auge sehen, bedient sich die Autorin auch bei den, aus diesem Genre bekannten, Klischeebildern.

Die Autorin ist die Tochter eines Clevelander Polizisten und bekennender Krimifan – zumindest letzteres merkt man.

Interessant wird der Roman dadurch, dass die aus Kriminalromanen altbekannten Figuren zwar benutzt, aber nicht immer wie gewohnt eingesetzt werden.

Pepper, eigentlich die typische Auftraggeberin, die eigentlich Spätabends in Sam Spades Büro auftauchen müsste und deren körperliche Vorzüge auch recht plakativ und typisch geschildert werden, ist hier selbst die eher unfreiwillige Heldin der Recherchen...

Aber der Reihe nach:

Wie der Klappentext gut beschreibt, hat sich die Lebensplanung der Protagonistin ein wenig verworfen.

Während einer Führung macht sich der Geist eines Mafiabosses bei ihr bemerkbar. Ein Erlebnis, welches sie zunächst als Halluzination abtut und als Spätfolge eines Unfalls mit Kopfverletzung wertet.

Bei der folgenden Untersuchung im Krankenhaus lässt sich jedoch nichts finden. Dafür interessiert sich ein junger und (natürlich!) gutaussehender Wissenschaftler für bestimmte Besonderheiten ihres Gehirns, was ihr nach der Trennung von ihrem verlobten einen beglückenden Rendezvoustermin einbringt.

Gus Scarpetti ruft sich jedoch am nächsten Tag wieder in Erinnerung und weigert sich, als Halluzination diagnostiziert zu werden. Nachdem er durch ein Muttermal an prominenter Stelle ein Indiz für seine Existenz geliefert hat, beauftragt er Pepper damit, seinen Mörder zu finden.

Keine einfache Aufgabe, denn Gus' Ermordung – stilecht mit 16 Schüssen aus einem vorbeifahrenden Auto vor seinem Stammlokal – liegt bereits 30 Jahre zurück und der Mafioso  ist gerade hinsichtlich der Beantwortung privater Fragen auch als Geist nicht gerade kooperativ.

So bleibt die erste Recherche relativ erfolglos, aber schon am Abend stellt sich heraus, dass ihr Rendezvous in eben jenem Lokal stattfindet, vor welchem der Pate ermordet wurde. Und des Zufalls nicht genug: just an jenem Abend wird der alte Koch in den Ruhestand verabschiedet, der schon damals in der Küche des Lokals arbeitete.

Gelegenheit, ein paar Fragen zu Dingen zu stellen, mit denen Scarpetti nicht herausrücken wollte.

Das romantische Dinner mit dem jungen Wissenschaftler verläuft somit nicht wie geplant und als Pepper herausfindet, dass dieser mehr an seiner Studie und ihrem Gehirn interessiert ist, als an ihr, ist sie wenig begeistert.

In zunächst etwas unbeholfener Recherche nähert sich die Detektiven wider Willen immer weiter den Personen und Zusammenhängen der Vergangenheit an. Hierbei lernt sie, bei ihren Nachforschungen im Polizeimuseum, auch ein weiteres ansprechendes Mitglied des männlichen Geschlechts, einen Detectiv, kennen, der ihr empfiehlt, die Nachforschungen – sie gibt vor eine Dokumentation über die Scarpetti-Familie schreiben zu wollen – einzustellen.

Zwischendurch muss sie auch noch ihren Job als Friedhofsführerin durchziehen, sich die beiden hübschen Männer warmhalten und versuchen, eine bessere Arbeit zu finden. Keine einfache Aufgabe mit einem Geist im Nacken, zu dem ihr Verhältnis zwischen Verpflichtung, Mitleid, Verbundenheit und rationaler Gleichgültigkeit schwankt.

Auch wenn sie immer wieder mit dem Gedanken spielt, den Auftrag Gus' hinzuschmeißen bleibt sie am Ball und recherchiert weiter.

Nach einem Besuch bei Scarpettis Sohn und jetzigem Oberhaupt der „Familie“, Rudy, muss sie feststellen, dass ihre Fragen tatsächlich auch nach dreißig Jahren für Unruhe sorgen können. Nur knapp entgeht sie mit der Hilfe des Detectiv Quinns ihrem eigenen Tod.

Bringt ein Altersruhesitz für pensionierte Mafiosi die notwendigen Antworten? Warum verschwieg Gus, dass er einen weiteren Sohn hatte? Auf wen wartet Gus' verwirrte Schwester?

Viele Gespräche mit nicht ganz ungefährlichen Menschen und eine Schießerei auf dem Friedhof stehen an, bevor sich das Rätsel endgültig klärt und der Geist des Mafiosi seine Ruhe finden kann – nicht ohne Pepper jedoch die nächste Klientin vorzustellen.

Der Autorin ist hier ein solider, in sich nachvollziehbarer, Krimi mit teilweise sehr außergewöhnlichem Personal gelungen. Der Leser kann die Recherchen Stück für Stück zusammen mit der Protagonistin nachvollziehen und wird am Ende weder von des Rätsels Lösung völlig überrascht, noch ist sie allzu früh offensichtlich.

Der Spannungsbogen hält gut bei der Stange und der Schreibstil verzichtet auf komplexe Satzungetüme und sprachliche Glanzstücke.

Dass noch einige Fragen offen bleiben ist nicht unbedingt verwunderlich, schließlich stellt das Werk den Auftakt zu einer Reihe dar.

 

Fazit:

Ein spannender und gut erzählter Kriminalroman mit ungewohnter Protagonistin, sparsamen Mystery-Elementen und einer Prise Humor.
Gut zum zwischendurch und nebenbei Lesen.
Kurz: ein gelungener, aber nicht unbedingt herausragender Einstieg in eine vielversprechende Serie.









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Statistik:
gelesen: 449 mal
Wörter: 1334
geschrieben am: Wed, 2 Dec 2009
Kommentare 0



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Komentare
Thu, 8 Apr 2010 um 6:35 PM, von Gast
das buch wahr sehr dool schreiben sie noch merer bücher wenn ja ist es dool dann können sie mir das doch schreiben


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