Helden.de » Reviews » Romane » Sf » Atlan Monolith 6. Sprung ins Jenseits (Mehnert, Achim)
Achim Mehnert, auch er ein Perry-Rhodan geübter Autor, kommt die schwierige Aufgabe zu, im abschließenden sechsten Band der Reihe, lose Fäden zusammenzuführen, offene Fragen zu klären und die Handlung gleichzeitig zum Höhepunkt und zu einem befriedigendem Ende zu führen.
Gerade wenn an einer Romanreihe mehrere verschiedene Autoren beteiligt waren, wird dies zu einer besonderen Herausforderung, an der Mehnert, soviel sie im Voraus gesagt, nicht scheitert.
Im Unterschied zu den vorhergegangenen Romanen beginnt die Handlung nicht im Jahr 3112, sondern im Jahr 1337 der Neuen Galaktischen Zeitrechnung – weit in der Zukunft also. Für Atlan, nunmehr außer Dienst, sind die Ereignisse um die Monolithen schon weit in den Hintergrund geraten – somit dürfte es auch für die im Perryversum nicht ganz so firmen Leser kein Geheimnis mehr sein, wer die Handlung überlebt – als ein Splitter aus der Vergangenheit die Affäre wieder lebhaft in Erinnerung ruft:
Während Malcher nach den Ereignissen auf Ceres an seinen Stützpunkt auf seiner Heimatwelt Chonossos zurückgekehrt ist und seine Wunden leckt und sich um die dortigen Bergungsarbeiten kümmert, erwacht Iasana Weiland, ehemaliges Crewmitglied der IMASO aus dem Koma und nimmt sich mit Hilfe der Hyperinpotronik NATHAN den zahlreichen Daten und Fakten der Geschehnisse um die Monolithen erneut an.
Der Anführer der Silberherren stellt schnell fest, dass die Loyalität seiner Gefolgsleute nach zahlreichen Rückschlägen nicht mehr wie gewohnt gefestigt ist. Dabei ist es keine Hilfe, dass das lebensverlängernde Silbermetall, mit dem er verdiente Angehörige belohnt, knapp zu werden droht.
Atlan setzt sich währenddessen auf die Spuren eines Verräters in der USO, der gemeinsame Sache mit den Silberherren zu machen scheint und erhält hierbei Hilfe von Gucky dem Mausbiber, der gewohnt großzügig mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten umgeht.
In seinem Stützpunkt kann der Verräter gestellt werden und wird von seinen eigenen Leuten hintergangen. Deren Fluchtort kann nachvollzogen werden: Chonosso Heimat der Tarey-Bruderschaft und Standort eines bisher nicht durch Atlan untersuchten Monolithen.
Eine Verfolgung dorthin ist jedoch nicht einfach möglich. Die Tarey-Bruderschaft hat eine vom Solaren Imperium unabhängige Herrschaft errichtet und verbittet sich jegliche Einmischungen von dessen Seite.
Zwar ist sie militärisch deutlich unterlegen, aber auch andere Mächte beobachten Misstrauisch die Ereignisse um die Monolithen und die Handlungen der Terraner.
Zeit also für diplomatische Vermittlungen für die Perry Rhodan die Posbis, positronische-biologische Roboter, von der Hundertsonnenwelt gewinnen kann.
Atlan arbeitet inzwischen an einem Plan, die zweite Steuerzentrale der Monolithen über das Artefakt auf Chonosso zu erreichen. Er hofft dadurch die bedrohliche Kopplung zwischen seiner eigenen und Santjuns Lebensenergie trennen zu können.
In diplomatischer Mission ist nun auch Reginald Bull unterwegs, der die Taray-Bruderschaft mühevoll davon zu überzeugen vermag, dass der Chanbruder Malcher ein doppeltes Spiel mit ihnen treibt und den Monolithen auf Chonosso zu eigenen Zwecken missbraucht.
Mit Guckys Hilfe sind Atlan, Santjun und Naileth Simmers, die in scheinbar aussichtsloser Liebe an Santjun gefesselt ist, Undercover auf Chonosso tätig und bemühen sich das Netz um Malchers Silberherren enger zu ziehen.
Dieser hat inzwischen immer mehr Probleme, seine Organisation zusammenzuhalten und muss sich mit unzufriedenen und aufrührerischen Gefolgsleuten auseinandersetzen.
Reginald Bull schafft es endlich, den Clanmeister von Malchers Untaten zu überzeugen und gemeinsam geht man auf die Jagd nach dem Anführer der Silberherren. Dieser entkommt jedoch erneut und verschanzt sich mit der Hilfe lemurischer Sicherheitseinrichtungen auf dem Monolithen.
Hier kommt es zur furiosen Endschlacht gegen die Silberherren und erst ungewöhnliche Verbündete geben Hoffnung auf einen Sieg in letzter Sekunde.
Bevor jedoch die Gefahr gebannt ist, muss einer der Gefährten den Schritt ins Unbekannte wagen.
Zurück in der Zukunft:
Hier ist es Atlan vergönnt, die letzten Rätsel um die damaligen Ereignisse zu lösen und einem alten Verbündeten zur Ruhe zu verhelfen...
Auch in diesem letzten Band der Reihe sind Spannung und Unterhaltung wieder gesichert. Die bedrohliche Situation für Santjun und Atlan verdichtet sich und wird vom Autoren regelrecht greifbar gemacht. Hierbei hilft auch die Romanze zwischen Santjun und der ehemaligen Kapitänin der zerstörten IMASO, Naileth Simmers, die spürbar kein gutes Ende nehmen kann.
Auch wenn alle sechs Bände der Reihe von verschiedenen Autoren geschrieben wurden, ist es gelungen, ein Gesamtwerk zu erstellen, dass wie aus einem Guss wirkt.
Dies ist sowohl den Fähigkeiten des „Abschlussläufers“ zu verdanken, der ebenfalls wieder den unkomplizierten und humorigen Ton der Vorgänger trifft und lose Enden gekonnt zusammenführt, als auch der Disziplin der vorherigen Autoren, die keine Handlungsstränge eröffnet haben, die nur schwer zu vereinen gewesen wären.
Die Erläuterungen zum Zweck der Monolithen und der Historie des Lemurers Anat Serkuloon wirken ein wenig zu unspektakulär, um dem aufgebauten Mysterium gerecht zu werden, aber schließlich haben wir es ja mit Science Fiction zu tun, einem bekanntermaßen nüchternen Genre ;-)
Erneut spielen Nebenfiguren nicht nur eine Nebenrolle, wenn auch der Autor in diesem Werk nicht allzu viele neue Figuren einfließen lässt, hat er doch genug Personal aus den vorherigen Werken zu betreuen.
Der Zerfall von Malchers Organisation ist sehr gelungen dargestellt und zeigt sehr gut auf, was geschieht, wenn Machtstrukturen verfallen und das eigene Überleben in Gefahr gerät.
| Fazit: Lesenswerter Abschluss des Monolith-Zyklus mit einigen gelungen dargestellten Einblicken in die dunklen tiefen der menschlichen Seele. Spannung und Unterhaltung sind sichergestellt und das Ende mit leicht bitterem Beigeschmack ist eine Abwechslung zu den nicht seltenen allzu „happy endings“. >< |
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geschrieben am: Tue, 12 Oct 2010
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