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Atlan Todeszone Zartiryt – Monolith-Zyklus 2 (Schäfer, Rüdiger)

Kurzbeschreibung
April 3112 alter Terranischer Zeitrechnung:
In dieser Zeit geht die United Stars Organisation – kurz USO – gegen das organisierte Verbrechen vor. An ihrer Spitze steht der Arkonide Atlan, Perry Rhodans bester Freund. Ein Zellaktivator verleiht dem mehr als zehntausend Jahre alten einstigen Imperator des arkonidischen Imperiums die relative Unsterblichkeit.

Lordadmiral Atlan und der Risiko-Spezialist Santjun folgen mit dem Kreuzer IMASO der Fährte der Monolithen ins Zartiryt-System, dessen Sonne vor Äonen in ein schwarzes Loch verwandelt wurde. Überall stoßen sie auf Spuren der Verwüstung, doch um den Monolithen von Zartiryt zu finden, müssen sie in das Chaos der Ergosphäre vordringen – ein Ort an dem nicht nur tödliche energetische Bedingungen herrschen, sondern auch ein unerwarteter Gegner auf sie lauert...

Ein ScienceFiction Taschenbuchroman aus dem Perry-Rhodan-Universum

Meinung:
Die deutsche Heftroman-Serie um Perry Rhodan geht nun mittlerweile in ihr 48. Jahr und auch Atlan, der unsterbliche Protagonist des vorliegenden Taschenbuchs ist mit 47 irdischen Jahren des Lebens als literarische Figur nur unwesentlich jünger.
Der Rezensent hat ein gutes Jahrzehnt weniger auf dem Buckel und dennoch haben es Perry Rhodan und seine Freunde geschafft, ihm sein ganzes Leben lang aus dem Weg zu gehen, wenn sie ihm auch das ein oder andere Mal nur knapp entkommen sind – bis heute...

Zu der Zeit, in der der Roman spielt, befindet sich das Solare Imperium unter seinem unsterblichen Großadministrator Perry Rhodan zwar bereits im Niedergang, verfügt durch die Ausstattung seiner Kriegsschiffe mit den technisch überlegenen Transformkanonen jedoch noch über eine gewisse militärische Überlegenheit gegenüber den meisten anderen bekannten Welten.
Die United Stars Organisation (USO), der Atlan (übrigens Begründer von Atlantis) als Lordadmiral vorsteht, stellt die terranische Polizeimacht im Weltall dar.

Die Ereignisse um den Monolith-Zyklus sind damit nicht die nach der Chronologie des Perryversums aktuellsten der Perry-Rhodan-Bände, sondern bedienen sich eines Jahrhunderte zurückliegenden Zeitraums, der bisher jedoch noch nicht beschrieben wurde.

Der Autor des hier behandelten zweiten Bands des Zyklus' ist Perry-Rhodan-Fans sicher kein Unbekannter. Er ist Initiator des Atlan-Fanzines und Autor mehrerer Heftromane der Atlan-Serie, sowie von Taschenbuchromanen aus dem Atlan-Zyklus und Kurzgeschichten – und mit dem Geburtsjahr 1965 ebenfalls auch irdisch jünger als seine Romanfigur.

Nach diesem allgemeinen Überblick nun aber wieder zu Handfesterem:

Im vorhergehenden Band erforschten Atlan und Santjun auf Thanaton die Herkunft lebensverlängernder Silberschmuckstücke und stießen hierbei auf die Gruppe der Silberherren unter deren Anführer Malcher. Doch nicht nur die Silberherren beherbergt Thanaton, sondern auch ein gewaltiges außerirdisches Bauwerk, welches Santjun wegen seiner Form als „Monolith“ bezeichnet.
Durch Atlans Zellaktivator wird dieser Monolith, der Einrichtungen der seit Jahrzehntausenden untergegangenen Lemurer aufweist, offensichtlich aktiviert und setzt gefährliche Hyperenergie frei.
An Bord der IMASO unter dem Befehl der Kommandantin Naileth Simmers, wird Atlan auf eine weitere Quelle von Hyperenergie aufmerksam und vermutet, eine Kettenreaktion unter weiteren Monolithen ausgelöst zu haben.
Er beschließt diese weitere Energiequelle im Zartiryt-System zu untersuchen.

Band Zwei des Zyklus beginnt jedoch zunächst mit zwei Prospektoren der akonischen Bursai-Nomaden, Shinyan und Padpool, die auf dem von gewaltigen Kräften zersprengten Planeten Zartiryt, der um ein Black Hole kreist, nach verwertbaren Erzen und Mineralien suchen und dabei auf die Hinterlassenschaften einer untergegangenen Hochzivilisation stoßen und – zurück auf ihrem Schiff – durch den Ortungsalarm auf einen weiteren Eindringling im System aufmerksam gemacht werden.

Es handelt sich hierbei um eine terranische Korvette, die in das Schwarze Loch hineinzufliegen scheint. Padpool berechnet den Kurs und stellt fest, dass der Pilot sein Schiff in einem waghalsigen Manöver in die Ergosphäre befördert hat und somit um das Black Hole kreist, ohne zwangsläufig hineinzustürzen.

Der waghalsige Padpool vermutet ein lukratives Geheimnis und überredet die widerstrebende Shinyan, die Verfolgung aufzunehmen.

Auch die IMASO ist inzwischen eingetroffen und analysiert Schwarzes Loch und das System. Aufgrund der Störungen durch die gewaltigen Energien, sind die Messergebisse der Sonden jedoch nicht eindeutig, so dass Atlan beschließt, zunächst auf Zartyrit nach Hinweisen auf den Monolithen zu suchen. Hierbei wird er von Santjun und der Versorgungsoffizierin Leutnant Iasana Weiland begleitet, deren privat erworbene Kenntnis der lemurischen Kultur sich als nützlich erweisen soll.
Außer dem zerstörten Planeten, der danach noch einmal von den Lemurern besiedelt und von den Halutern erneut zerstört worden war, weist das System eine weitere Seltsamkeit auf: die Masse der Sonne hätte eigentlich nicht ausgereicht, um ein Schwarzes Loch entstehen zu lassen... Auf Zartyrit erwartet den Erkundungstrupp das uralte Wrack eines Raumschiffes, welches von geisterhaften Erscheinungen umgeben ist, die mit Atlan den Kontakt suchen, jedoch außer einem Gefühl tiefer Trauer nichts hinterlassen. Die Suche nach dem Monolithen verläuft hier erfolglos, so dass auch Atlan mit seinem Team auf einem kleinen Zerstörer aus dem Hangar der IMASO in die Ergosphäre eindringt. Kurz vor dem beinahe erreichten Monolithen wird der Zerstörer jedoch derart beschossen, dass die Rückkehr aus der Ergosphäre nicht mehr möglich erscheint und nur unter Aufwendung aller Flugkünste gelingt es, auf dem Monolithen zu stranden.
Shinjan und Padpool erwachen ebenfalls in nicht gerade komfortabler Lage als Gefangene des Silberherren Malcher und seiner Leute inmitten des Monolithen.
Auch die IMASO steckt in Schwierigkeiten, denn eine unbekannte Kraft transmittierte sie aus dem Trümmerfeld vor dem Schwarzen Loch in den Orbit Zartiryts, wobei sämtliche Reaktoren und die Hauptschilde ausfallen. Doch damit nicht genug: nach 2 Minuten und 36 Sekunden wird die IMASO wieder in das Trümmerfeld zurück transmittiert und nur die Prallschirme schützen vor der Zerstörung. Alle 2 Minuten und 36 Sekunden wiederholt sich dieser Vorgang und die hierbei entstehende Belastung, der Entzerrungsschmerz, zermürbt die Nerven der Besatzung, während die Gefahren des Trümmerfelds nur durch die Prallschirme abgehalten werden können – und auch deren Aufrechterhaltung ist nur begrenzt möglich.

Weiland, Atlan und Santjun erforschen mittlerweile den Monolithen und werden dabei von Malchers Gefolgsleuten entdeckt und unter Beschuss genommen. Ein alter lemurischer Wachtroboter, dessen Schaltkreise nicht mehr ganz zuverlässig funktionieren, wird zum Retter in letzter Sekunde.

Der Monolith hält noch viele Geheimnisse parat und auch der Silberherr Malcher hält noch böse Überraschungen für Atlans Team und seine Gefangenen bereit, während auf der IMASO unter anderem der Techniker Merten sich das Gehirn nach einer Lösung des Problems und einem Ausweg zermartert... und mit seiner Lösung das Schiff in eine noch größere Gefahr bringt.

Spannung, ein Hauch von Humor, eine angenehme Sprache und ein bekömmlicher Stil machen den zweiten Band des Monolith-Zyklus' auch für diejenigen zur interessanten Lektüre, die sich nicht als eingefleischte Fans Perry Rhodans und seiner Gefährten bezeichnen dürfen.
Der Autor verwendet viel Sorgfalt darauf, auch Randfiguren mit einer Vergangenheit und glaubhaften Motivationen auszustatten. Auch bemüht er sich, komplexe Zusammenhänge physikalischer und technischer Natur, sowie historische Verknüpfungen und logische Schlussfolgerungen zu erläutern, indem er sie in Dialogen unter den Figuren oder im Zwiegespräch Atlans mit seinem Extrasinn ausführlich behandelt.
Dies hat den Vorteil, dass der Leser nicht mit einer Lawine wissenschaftlicher und pseudowissenschaftlicher Fachbegriffe überrollt wird und sich somit den sich hieraus ergebenden Schlussfolgerungen einfach ausliefern muss und auf der anderen Seite aber auch nicht das Gefühl bekommt, man würde nun die Handlung extra noch einmal für die Dummen erklären.
Auch wenn der Protagonist sicher unantastbar ist, hat man nicht das Gefühl, der Autor ginge mit seinen Charakteren allzu schonend um. Während man sonst bei längeren Romanserien relativ sicher davon ausgehen kann, dass gerade ausführlicher beschriebene Personen sicher auch die gesamte Spanne überleben werden, ist es hier gelungen, dem Leser zumindest Zweifel aufkommen zu lassen, ob es der eine oder die andere wirklich schaffen wird.

Eine schwierige Figur ist mit dem über zehntausend Jahre alten Atlan sicher der Protagonist. Mit den eingestreuten Rückblenden in die Vergangenheit und den oft unwillkommenen Erinnerungen hat der Autor hier ein Mittel gefunden, diese extreme Langlebigkeit hin und wieder bewusst zu machen. Ein echtes Gefühl für dieses extrem kommt beim Lesen aber nicht wirklich auf und allzuoft erscheint Atlan eben nur wie ein ziemlich kluger Kopf mit einigen außergewöhnlichen Fähigkeiten, aber doch irgendwie zu normal.

Dass die IMASO während der Handlungen im Monolithen ausgeschaltet werden musste, ist aus dramaturgischen Gesichtspunkten verständlich, die Erklärung für die auftretenden Probleme und – hier in geringerem Maße – auch für die Lösung derselben wirkte zumindest auf mich jedoch ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Nicht ausgeschlossen, dass hier mit ein paar mehr Sätzen am Ende ein stimmigeres Bild hätte erzeugt werden können.

Fazit:
Für Perry Rhodan Fans eine wohl ohnehin nicht verzichtbare Lektüre. Für alle anderen, dem SciFi-Genre nicht abgeneigten ein durchaus lesenswertes und spannendes Buch, dass auf die weiteren Geschehnisse des Monolith-Zyklus' gespannt macht.

><

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Statistik:
gelesen: 649 mal
Wörter: 1935
geschrieben am: Mon, 13 Apr 2009
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