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Klappe: Autoren Arthur C. Clarke wurde am 16.12.1917 in England geboren. 1936 trat er in London der ?British Interplanetary Society? bei. Damals schrieb er seine ersten Science-Fiction-Werke. Sir Clarkes berühmtestes Buch ist wohl ?2001: Odyssee im Weltraum?. Der vorliegende Roman ?Rendezvous mit Rama? zählt zu den Klassikern der Science-Fiction. Für sein Werk und seine wissenschaftliche Arbeit wurde Sir Clarke 1998 in den Adelsstand erhoben. Im März 2008 verstarb er im Alter von 90 Jahren. Gentry Lee war Chefingenieur bei der NASA und in verantwortlicher Position beim Galileo-Projekt und der Mars-Mission der Viking beteiligt. Er entwickelte die Fernsehserie Cosmos. Inhalt Abschluss des packenden Rama-Zyklus. Endlich wird das Geheimnis um Rama gelüftet. Das riesige außerirdische Raumschiff ist ein Testgelände für junge raumfahrende Rassen. Bestehen sie den Reifetest, dürfen sie der intergalaktischen Gemeinschaft beitreten. Auch die Menschen wollen in diese Gemeinschaft aufgenommen werden. Doch die meisten von ihnen werden als aggressiv, unbelehrbar und rassistisch eingestuft... |
Ich bin mir nicht ganz sicher, was der Autor des o.g. Textes meinte, als er die wenigen Zeilen verfasste, die sich auf der Rückseite des Buchs befinden. Sicher ist aber, dass er die gut 700 Seiten des Buches nicht in Gänze gelesen hat oder aber die Aufforderung im Nacken hatte irgendwas zu tippen, was potentiell Leser zum Kauf anregen möchte. Nur war dies in dieser Form nicht nötig. Wer bereits die ersten drei Bände dieses Zyklus gelesen hat, wird sich auch noch den finalen Band holen und wer hier einsteigt, na ja, dann ist es ohnehin zu spät.
Denn das Finale sieht anders aus. Wie man es von Arthur C. Clarke z.B. von der Odyssee her kennt, passiert auf sehr vielen Seiten nicht so viel (was sich zwar angenehm lesen lässt, aber dem Leser nicht das Gefühl vermittelt, es bewege sich etwas Grundlegendes), bevor er auf den letzten gut 100 Seiten zum Schlussspurt ansetzt. Und was für ein Finale erwartet den Leser. Doch zunächst kümmert sich das Buch um die zwischenmenschlichen (bzw. zwischen außerirdischen) Aspekte des Zusammenlebens, in denen die Menschen auch nicht viel besser wegkommen als man sie heute einschätzen würde. Liebe, Krieg, Rassismus, Freundschaft, Aufopferung, alle Aspekte des Gefühlswelt werden angesichts der Situation als Versuchstiere durchlebt. Doch wer ist hier das Versuchstier von wem? Wer beobachtet wen und gibt es jemanden, der möglicherweise seine Schwingen über den Schwingen anderer im Universum aufgespannt hat? Die Frage nach dem Sinn des Lebens der Herkunft des Universums, die Frage nach einem göttlichen Wesen, sie wird im Finale Furioso, das zusammen mit den Hauptcharakteren, aus denen sich zunehmend Nicole als die zentrale Person herausstellt, nicht nur aufgeworden, sondern sogar beantwortet. Als Douglas-Adams-Fan kann ich immerhin vermelden, dass die hinlänglich bekannte Antwort auf die Große Frage kurz erwähnt wird (Seite 664). Doch Clarke und Lee gehen noch einen Schritt weiter.
Der zentrale Aspekt vieler phantastischer Geschichten, den menschlichen Geist und sein Verhalten in Extremsituationen zu beobachten, wird auch hier wieder aufgegriffen. Menschen müssen sich mit ihren täglichen Sorgen und ihren individuellen Eigenschaften den Unbillen einer konstruierten Umwelt stellen, in der sie nur Marionetten sind, die ihre kleine, heile Welt aufrechterhalten wollen und doch nur Menschen sind.
Doch kommen wir zum Finale, das einen Abschluss und eine Lösung präsentieren möchte. Die gelieferte Erklärung, dass das beschriebene Universum letztlich nur eine von vielen Varianten sei, die von einem Gott als Experiment zur Schaffung eines perfekten Universums ins Leben gerufen wurden, hinterlässt einen zweischneidigen Eindruck. Auf der einen Seite bleibt ein schaler Geschmack zurück, denn diese Erklärung klingt stark nach dem Deus ex Machina, der eine herbeigezogene Erklärung für das Ganze liefern soll. Auf der anderen Seite ist zu hoffen, dass die vorgestellte Antwort des "Deus" nur einer individuellen Antwort für ein spezielles Individuum entsprich, die keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt, womit die wahre Antwort aber auch verweigert wurde. Wenn hier schon kein allzu schaler Geschmack bleibt, dann aber zumindest das Gefühl, dass die Autoren sich um eine Festlegung drücken wollten, obwohl man m.E. sehr wohl eine schlüssige Erklärung hätte finden können - nach 2500 Seiten des Gesamtzyklus. So gesehen ist es schade, dass dieses Buch den Abschluss des Zyklus darstellt, da die grundlegenden Fragen unbeantwortet geblieben sind.
| Fazit: Solide Phantastik, die sich auch den Kernfragen des Daseins stellt, aber Längen aufweist und im Finale etwas schwächelt. mbf |
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geschrieben am: Sat, 24 Apr 2010
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